Deutschen Roten Kreuz

Ortsverein Dülmen e.V.

Eingetragen von DRK Dülmen am 19.10.2016
Foto: Michalak / Dülmener Zeitung

Foto: Michalak / Dülmener Zeitung

Eine Bombendrohung löste in der Nacht von Freitag auf Samstag einen Großeinsatz mit Einsatzkräften aus ganz NRW am Dül- mener Bahnhof aus.

Nach DZ-Informationen kündigte ein von Abschiebung bedrohter afrikanischer Flüchtling gegen 2.30 Uhr auf der Strecke Münster-Essen plötzlich an, eine Bombe im Zug zünden zu wollen. Im Zug befanden sich zu diesem Zeitpunkt etwa 50 bis 70 Fahrgäste.

Die Bahn stoppte den Zug darauf hin im Dülmener Bahnhof, die Fahrgäste konnten aussteigen. Verletzt wurde niemand, der 32-jährige Täter konnte festgenommen werden. Nachdem Spezialkräfte mit Spürhunden den Zug und die Gleise abgesucht hatten, konnte die Einsatzleitung schließlich Entwarnung geben: Die Bombe gab es offenbar nicht. Weder im Umfeld des Täters noch in dessen Gepäck konnten Hin- weise auf Sprengstoff festgestellt werden.

Da die Polizei die Drohung allerdings sehr ernst genommen hatte, evakuierte sie gegen 5 Uhr die umliegenden Wohnungen in Bahnhofsnähe. Um keine Panik auszulösen, war zunächst nur von der Entschärfung eines Blindgängers die Rede. 185 Menschen mussten den Rest der Nacht in der Turnhalle

der Hermann-Leeser-Real- schule verbringen, wo sie vom DRK mit Getränken und Brötchen versorgt wurden. Sie konnten gegen 8.20 Uhr alle in ihre Wohnungen zu- rückkehren, auch der Bahn- hof wurde wieder frei gege- ben. Vorübergehend war Er- satzverkehr angeboten worden.Auch Ratsherr Thomas Reinert (Grüne) wurde von den Einsatzkräften evakuiert. Er bedankt sich für die professionelle Arbeit. „Herzlichen Dank an die Helfer vom Roten Kreuz, an die Busfahrer, die Polizisten und auch an den Hausmeister der Hermann-Leeser-Schule. Alle waren ohne Hektik. In der Halle waren genügend Sitzplätze, es gab Getränke und etwas später auch belegte Brötchen. Die Kinder konnten in der Halle spielen und wir Erwachsenen konnten uns unterhalten.“ Es habe einige technische Probleme im Ablauf gegeben, aber die wolle er intern ansprechen.

Ein Krisenstab aller beteiligten Organisationen war während des gesamten Einsatzes in der Feuer- und Rettungswache in Dülmen eingerichtet. Auch Bürgermeisterin Lisa Stremlau und Erste Beigeordnete Christa Krollzig waren vor Ort. Sowohl die Evakuierten selbst als auch Stadt und Polizei loben die besonnene und professionelle Arbeit aller Beteiligten.

„Es hat zu keiner Zeit eine ernsthafte Gefährdung bestanden“, erklärte Rolf Werenbeck-Ueding, Pressesprecher der Polizei.

Durch das Ordnungsamt Dülmen wurde die Unterbringung des Afrikaners in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Über sein Motiv ist bislang nichts bekannt.

Quelle: Michael Michalak / Dülmener Zeitung vom 10.10.2016